Zur Reform des Notfalldienstes

Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein hat am 11. Februar 2015 eine Reform des Notfalldienstes beschlossen.  Dieser hat erhebliche Auswirkungen auf Duisburg und auch Rheinhausen. Hier sollen drei der vier Notdienstpraxen in Duisburg geschlossen und damit  bewährte Strukturen aufgegeben werden. Diese drastische Reduzierung hat längere Wege für kranke Rheinhauserinnen und Rheinhauser in Notfällen zur Folge, denn es wird sicherlich die Notfallpraxis am Johannitzer Krankenhaus sein, die als einzigste für ganz Duisburg erhalten bleibt.  Eine wohnortnahe notfallärztliche Versorgung ist insbesondere in einer älter werdenden Gesellschaft wichtig. Die Sicherstellung des ambulanten  ärztlichen Bereitschaftsdienstes der niedergelassenen Ärzte zu sprechstundenfreien Zeiten wird mit einer solchen Reduzierung des Versorgungsangebotes  zunehmend erschwert.

Der Fahrdienst, der nicht mobile Patientinnen und Patienten einen Zugang zum ärztlichen Bereitschaftsdienst ermöglicht, ist zukünftig für zwei Großstädte  und einen gesamten Kreis zuständig. Dies wird zu längeren Wartezeiten insbesondere für akut Erkrankte, Ältere und Menschen mit Behinderung ohne  entsprechende familiäre Unterstützung oder finanzielle Möglichkeiten führen. Eine weitere mögliche Konsequenz ist die stärkere Inanspruchnahme der Notfallambulanzen in Krankenhäusern sowie des Rettungsdienstes der Feuerwehr.

Wir fordern die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein daher auf, die Reform des Notfalldienstes im Bezirk Nordrhein  deshalb zurückzunehmen. Gleichzeitig fordern wir alle Vereine und gesellschaftlichen Gruppen auf, sich unseren Forderungen anzuschließen und entsprechende Resolutionen an die Kassenärztliche  Vereinigung zu schicken.

MfG

Reiner Friedrich

Vorsitzender des SPD Bezirksverbandes